Kündigungsfrist berechnen
Wann endet das Arbeitsverhältnis? Der Rechner bestimmt die gesetzliche Kündigungsfrist nach § 622 BGB, den Kündigungstermin mit Wochentag – und bis wann eine Kündigung spätestens zugehen muss, damit ein bestimmter Termin noch klappt.
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Gesetzliche Kündigungsfristen nach § 622 BGB
„Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.“
§ 622 Abs. 1 BGB
Das gilt für die Kündigung durch den Arbeitnehmer – außerhalb der Probezeit und ohne andere Vereinbarung. Kündigt der Arbeitgeber, verlängert sich die Frist mit der Dauer des Arbeitsverhältnisses „in dem Betrieb oder Unternehmen“ (§ 622 Abs. 2 BGB):
| Arbeitsverhältnis besteht | Frist bei Kündigung durch den Arbeitgeber | § 622 BGB | Zugang 15.01.2027 → endet am |
|---|---|---|---|
| unter 2 Jahren | vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats | Abs. 1 | 15.02.2027 |
| ab 2 Jahren | einen Monat zum Ende eines Kalendermonats | Abs. 2 Nr. 1 | 28.02.2027 |
| ab 5 Jahren | zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats | Abs. 2 Nr. 2 | 31.03.2027 |
| ab 8 Jahren | drei Monate zum Ende eines Kalendermonats | Abs. 2 Nr. 3 | 30.04.2027 |
| ab 10 Jahren | vier Monate zum Ende eines Kalendermonats | Abs. 2 Nr. 4 | 31.05.2027 |
| ab 12 Jahren | fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats | Abs. 2 Nr. 5 | 30.06.2027 |
| ab 15 Jahren | sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats | Abs. 2 Nr. 6 | 31.07.2027 |
| ab 20 Jahren | sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats | Abs. 2 Nr. 7 | 31.08.2027 |
Alle Jahre zählen, auch die vor dem 25. Geburtstag: Im veröffentlichten Gesetzestext steht keine Einschränkung nach dem Lebensalter.
So rechnet der Rechner
- Der Zugangstag zählt nicht. „Ist für den Anfang einer Frist ein Ereignis oder ein in den Lauf eines Tages fallender Zeitpunkt maßgebend, so wird bei der Berechnung der Frist der Tag nicht mitgerechnet, in welchen das Ereignis oder der Zeitpunkt fällt.“ (§ 187 Abs. 1 BGB)
- Fristende: Eine Frist in Wochen endet am gleichen Wochentag, eine in Monaten an der gleichen Tageszahl (§ 188 Abs. 2 BGB). Fehlt dieser Tag im Monat, etwa der 31., endet sie am Monatsletzten (§ 188 Abs. 3 BGB).
- Kündigungstermin: der erste zulässige Endtermin – der 15. oder der Monatsletzte, bei Abs. 2 nur der Monatsletzte –, der am oder nach dem Fristende liegt.
Beispiele: Zugang Donnerstag, 01.10.2026, vier Wochen → Fristende Donnerstag, 29.10.2026 → Termin Samstag, 31.10.2026. Einen Monat zum Monatsende: Zugang 30.04. → Fristende 30.05. → Termin 31.05.; Zugang 01.05. → Fristende 01.06. → Termin 30.06. Ein Tag später kostet hier einen ganzen Monat.
Annahmen des Rechners – nicht Gesetzestext:
- Die Betriebszugehörigkeit zählt er in vollen Jahren bis zum Tag des Zugangs. Auf welchen Zeitpunkt es ankommt, sagt § 622 Abs. 2 BGB nicht ausdrücklich; wird bis zum Termin eine neue Stufe erreicht, weist der Rechner darauf hin.
- Die Tabelle „spätester Zugang“ zeigt, bis wann die Kündigung da sein muss, damit die Frist bis zum Termin reicht. Was gilt, wenn sie zu spät kommt, rechnet er nicht.
Kündigungsfrist in der Probezeit: zwei Wochen
„Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.“
§ 622 Abs. 3 BGB
Die Probezeit-Kündigungsfrist ist tag-genau: kein 15., kein Monatsende. Geht die Kündigung am Montag zu, endet das Arbeitsverhältnis mit Ablauf des Montags zwei Wochen später. Das gilt für beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Wann endet die Probezeit? Hier zählt der erste Arbeitstag mit (§ 187 Abs. 2 BGB), und die Frist endet am Tag vor der gleichen Tageszahl (§ 188 Abs. 2 BGB): Beginn 01.03. → sechs Monate bis 31.08.; Beginn 15.11.2026 → bis 14.05.2027. Annahme: Das Arbeitsverhältnis beginnt mit Beginn des ersten Tages.
Befristeter Vertrag: „Wird für ein befristetes Arbeitsverhältnis eine Probezeit vereinbart, so muss diese im Verhältnis zu der erwarteten Dauer der Befristung und der Art der Tätigkeit stehen.“ (§ 15 Abs. 3 TzBfG). Eine feste Zahl nennt das Gesetz nicht.
Annahme des Rechners: Geht die Kündigung in der Probezeit zu, rechnet er zwei Wochen – auch wenn diese erst nach dem Ende der Probezeit ablaufen. Der Rechner sagt es dazu, wenn das der Fall ist.
Abweichende Fristen: Tarifvertrag, Aushilfe, Kleinbetrieb
- Tarifvertrag: Er darf von Abs. 1 bis 3 abweichen; nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer können die Anwendung vereinbaren (§ 622 Abs. 4 BGB).
- Kürzer als vier Wochen per Arbeitsvertrag nur bei einer vorübergehenden Aushilfe – nicht mehr, wenn das Arbeitsverhältnis über drei Monate hinaus fortgesetzt wird – oder in einem Betrieb mit in der Regel nicht mehr als 20 Arbeitnehmern ohne Auszubildende; dort aber nicht unter vier Wochen. Teilzeitkräfte zählen mit 0,5 (bis 20 Wochenstunden) bzw. 0,75 (bis 30 Stunden) (§ 622 Abs. 5 BGB).
- Längere Fristen darf ein Arbeitsvertrag vereinbaren (§ 622 Abs. 5 Satz 3 BGB) – für den Arbeitnehmer aber keine längere als für den Arbeitgeber (Abs. 6).
Steht in Ihrem Vertrag eine andere Frist, tragen Sie sie oben ein. Der Rechner rechnet dann damit und zeigt die gesetzliche Frist zum Vergleich.
Befristeter Vertrag und Mutterschutz
„Ein befristetes Arbeitsverhältnis unterliegt nur dann der ordentlichen Kündigung, wenn dies einzelvertraglich oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist.“ (§ 15 Abs. 4 TzBfG). Fehlt die Vereinbarung, rechnet der Rechner keine Frist.
Gegenüber einer schwangeren Frau, nach einer Entbindung und nach einer Fehlgeburt nach der zwölften Woche ist die Kündigung unzulässig (§ 17 MuSchG). Der Rechner zeigt dann keinen Termin, sondern den Hinweis. Wie lange der Schutz dauert, rechnet der Mutterschutz-Rechner.
Wie viel Urlaub beim Ausscheiden noch zusteht, rechnet der Urlaubsanspruch-Rechner; Tage zwischen zwei Daten der Tagerechner.
Häufige Fragen
Wie lang ist die Kündigungsfrist für Arbeitnehmer?
Kündigen Sie selbst, gilt nach § 622 Abs. 1 BGB eine Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats – egal, wie lange Sie schon im Betrieb sind. Die längeren Fristen nach Abs. 2 gelten nur für die Kündigung durch den Arbeitgeber. Ein Vertrag kann für Sie eine längere Frist vorsehen, aber keine längere als für den Arbeitgeber (§ 622 Abs. 6 BGB).
Wie lang ist die Kündigungsfrist in der Probezeit?
Zwei Wochen, ohne festen Termin (§ 622 Abs. 3 BGB) – wenn eine Probezeit vereinbart ist, und längstens für sechs Monate. Geht die Kündigung an einem Mittwoch zu, endet das Arbeitsverhältnis mit Ablauf des Mittwochs zwei Wochen später.
Wie lang ist die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber?
Sie wächst mit der Dauer des Arbeitsverhältnisses: ab 2 Jahren ein Monat, ab 5 Jahren zwei, ab 8 drei, ab 10 vier, ab 12 fünf, ab 15 sechs und ab 20 Jahren sieben Monate, jeweils zum Ende eines Kalendermonats (§ 622 Abs. 2 BGB). Davor gelten vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende.
Zählt der Tag, an dem die Kündigung ankommt, mit?
Nein. Bei einer Frist, die mit einem Ereignis beginnt, wird der Tag des Ereignisses nicht mitgerechnet (§ 187 Abs. 1 BGB). Die Frist läuft ab dem Tag danach.
Verschiebt sich das Ende, wenn es auf ein Wochenende fällt?
Nein. Das Ende der Kündigungsfrist verschiebt sich nicht auf einen Werktag. Der Rechner zeigt Termine darum auch an Samstagen und Sonntagen – der 31.10.2026 ist zum Beispiel ein Samstag.
Darf einer Schwangeren gekündigt werden?
Nein. Die Kündigung gegenüber einer Frau ist während der Schwangerschaft, bis vier Monate nach einer Fehlgeburt nach der zwölften Schwangerschaftswoche und bis zum Ende der Schutzfrist nach der Entbindung, mindestens vier Monate nach der Entbindung, unzulässig – wenn der Arbeitgeber es weiß oder innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung erfährt (§ 17 Abs. 1 MuSchG). Ausnahmen kann nur die für den Arbeitsschutz zuständige oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte Stelle zulassen (§ 17 Abs. 2 MuSchG).
Quellen (alle gelesen am 30.10.2026 auf gesetze-im-internet.de): § 622 BGB, § 187 BGB, § 188 BGB, § 15 TzBfG, § 17 MuSchG. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.